Das mit dem Wasserglas: Ist es halbvoll oder halbleer? Optimist:in oder Pessimist:in?
Editorial Newsletter August
Nehmen wir einmal an: Die Neigung zum Optimismus oder Pessimismus ist ein Wanderrucksack mit Ausstattung drin. Wie der argentinische Autor und Psychiater Jorge Bucay sagt: “Wie gut oder wie schlecht ich ausgestattet bin, bestimmt zwar, wie anstrengend der Aufstieg für mich ist, doch es entscheidet nicht darüber, ob ich den Gipfel erreiche.”
Und jetzt zurück zu unserem Wasserglas: Was, wenn es uns nicht primär interessiert, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist, sondern ob jemand die Sirupflasche gesehen hat oder ob es ein Röhrli gibt, um Plööterli zu machen?
Was, wenn wir das Glas Wasser primär als eine Einladung sehen, etwas damit zu tun? Dann, so möchten wir behaupten, ist das ein Ausdruck von Neugier und Gestaltungsdrang. Dann kommt es vielleicht gar nicht so sehr darauf an, was als Ausstattung im Rucksack zu finden ist; denn wir können experimentieren, zweckentfremden, tauschen, weglegen und uns fragen, was wir denn genau brauchen für die Gipfelbesteigung und wo wir das Benötigte finden können. Und wer weiss, vielleicht steht hinter der nächsten Wegkurve ja ein (Draht)Esel, der uns mit dem Tragen hilft.
Was uns zum nächsten schönen Wort bringt: Wegvertrauen. Das Vertrauen, die Richtung des ganz eigenen Weges sicher zu spüren oder gar zu kennen. Das heisst nicht, eine vorgezeichnete Karte in den Händen zu halten oder Schildern zu folgen. Es heisst vielmehr, wie ein Zugvogel seine Richtung zu kennen.
Und was bitte, hat das jetzt mit Zukunftsmut zu tun?
Wir behaupten: Neugier und Gestaltungsdrang plus Wegvertrauen sind grundlegende Zutaten, um sich seinen Zukunftsmut-Trank zu mixen.
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